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Ruedi hilft Ruedi

Ruedi Senn und Ruedi Lüscher, beides Lerchenfelder, kennen sich seit dem Mai 2016 und das dank der Freiwilligenarbeit.

Wie ist das gekommen? Ruedi Lüscher habe ich dank Margrit Gyger, der Präsidentin vom Holzerhaus ‚Wohnen im Alter’ kennengelernt. Bald nach dem ersten Kennenlernen hat sich Ruedi bei der Anlaufstelle für Freiwilligenarbeit als Freiwilliger gemeldet.

 

Und fast zeitgleich hat sich auch Ruedi Senn (80 J.) bei der Anlaufstelle für Freiwilligenarbeit gemeldet. Sein Anliegen war, Unterstützung im technischen Bereich: E-Mail Programm, Word, Dokumente ablegen oder finden, One-Drive einführen...

 

Anfrage und Angebot hat bei beiden Ruedis gepasst, wie eine Faust aufs Auge.

 

Nun sind exakt 3 Jahre ins Land gegangen und Ruedi hilft Ruedi immer noch 2-4 Male pro Monat. Das Engagement hat unterdessen viel persönlichere Züge bekommen. Ruedi und Ruedi sind Freunde geworden.

 

Ruedi Senn ist ein Künstler und Fotograf. Im 1969 hat Ruedi S. ein eigenes Geschäft im Grafik-Bereich gegründet. Leider hat Ruedi dann vor einigen Jahren eine Hirnblutung erlitten. Nur langsam sind die Funktionen wieder aktiv geworden. Das Gedächtnis hat sich leider nie mehr zu 100% erholt. Natürlich hat Ruedi S. Methoden entwickelt, wie er dennoch gut durch den Alltag kommt. Nur im technischen Bereich hat sich das Wissen und das Gedächtnis von Ruedi nicht ganz normalisiert.

Tröstend ist, dass Ruedi L. meint, das Gedächtnis von Ruedi S. sei stabil. Auch fällt auf, dass Ruedi L.s Einschätzung über Ruedi S. nicht dieselbe ist. Ruedi S. empfindet sich als viel vergesslicher, als Ruedi L. das beurteilen würde.

 

Ruedi und Ruedi teilen sich nicht nur den Vornamen, auch ihre Interessen sind ähnlich. Ruedi Lüscher fotografiert nämlich auch leidenschaftlich gerne. Er nennt sich jedoch einen 8:15 (viertu ab Achti) Fotograf.

 

Ruedi Lüscher selber hat sein Engagement nicht aus Langeweile begonnen. Er selber hat nämlich immer noch viele Verantwortungen, obschon ihn seit einigen Jahren eine Krankheit begleitet. Wenn Ruedi von seinem Leiden berichtet, erwähnt er es immer als einen stetigen Begleiter und Kollegen, den Herrn Parkinson. So könne er die Krankheit outsourcen und daneben sich selbst bleiben. Das nehme ich mir zum Vorbild.

Ruedi hat neben der Freiwilligenarbeit noch das Vize-Präsidium vom Verein Wohnen im Alter und ist Teil der Arbeitsgruppe ref. Kirche Lerchenfeld, die sich über die Vision und Zukunft der Kirche im Lerchenfeld Gedanken macht. 

 

Im Gespräch thematisieren wir, dass es im Lerchenfeld mehr Freiwillige als Leistungsbezüger hat und warum das wohl so sei? Ruedi L. meint, dass sich ältere Menschen ev. weniger getrauen, Hilfe anzunehmen. Auf die Frage, ob er das denn könne, meint er mit einem breiten Grinsen: ‚Uh ja, gerne! Kein Problem.’ Zum Schluss meint er noch, dass diese Arbeit gerne noch wachsen könne. Denn so bringe man die Menschen im Lerchenfeld zusammen. Das sei doch ein grosser Gewinn.

 

Auch Ruedi S. möchte Lerchenfelder ermutigen, sich bei Bedarf Hilfe zu holen. Es gäbe sie ja in verschiedenen Bereichen: Einkaufen, Besuchsdienst, technischer Support... Eine solche Unterstützung könne ein grosser Vorteil sein und die eigene Selbständigkeit und Mobilität stärken.

 

Vielen Dank, Ruedi Lüscher und Ruedi Senn für eure Zeit und eure Offenheit. Und selbstverständlich ein grosses Dankeschön für das Engagement!

 

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